Dominik stößt hier auf Tapeworm, ein 1982 von Spectravision für den Atari 2600 veröffentlichtes Actionspiel, das im Rückblick fast schon verblüffend vertraut wirkt. Man steuert einen stetig wachsenden Wurm über den Bildschirm, sammelt Objekte ein und muss dabei unbedingt vermeiden, mit dem eigenen Körper zu kollidieren – ein simples Prinzip, das sich mit jeder Sekunde weiter zuspitzt, weil der verfügbare Platz immer knapper wird. Was heute selbstverständlich erscheint, war damals eine erstaunlich klare und elegante Spielidee, die ohne große Erklärungen auskommt und sofort funktioniert.
Technisch präsentiert sich Tapeworm für Atari-Verhältnisse angenehm übersichtlich, mit gut erkennbaren Sprites, flüssiger Bewegung und einer bewusst reduzierten Darstellung, die sich ganz auf das Wesentliche konzentriert. Akustisch hält sich das Spiel stark zurück, liefert aber genau die Rückmeldung, die man braucht, um den Spielfluss nicht zu stören.
Dominik selbst kannte das Spielprinzip vor allem aus den frühen Neunzigern von Schulrechnern und später aus zahllosen Snake-Varianten auf Handys, hatte Tapeworm aber nie selbst gespielt. Umso spannender ist der Blick zurück, denn hier wird deutlich, wie direkt und unverfälscht diese Idee bereits Anfang der Achtziger umgesetzt wurde. Auch heute macht das Spiel noch erstaunlich viel Spaß, vor allem in kurzen Sessions, wenn man sich ganz auf Timing und Raumgefühl konzentriert.
Tapeworm ist damit kein lauter Klassiker, sondern eher ein stiller Vorläufer, dessen Bedeutung man erst im historischen Kontext richtig würdigt. Als Urform eines der bekanntesten Spielkonzepte überhaupt zeigt es eindrucksvoll, wie zeitlos gute Ideen sein können und warum einfache Mechaniken oft länger überdauern als jede technische Spielerei.
